Kategorie: Attendorner Tagestreff
Wie war das früher? Da können
die Damen der Montagsrunde im Tagestreff des Caritas Zentrum Attendorn richtig was erzählen. Martha Voss hat sogar ein Fotoalbum mitgebracht. Sie hat während des Krieges in der Küche des Ursulinen Klosters gearbeitet und in dieser Zeit sind so einige Bilder entstanden. Die rüstige Seniorin hat noch den Überblick. Sie weiß, wer auf den Bildern ist und kann auch die eine oder andere Geschichte dazu erzählen. Liesel Cramer aus Neuenhof hat auch Bilder dabei. Sie zeigen ihr Elternhaus, den Gasthof Vogt in der Ortsmitte von Ennest in früheren Jahren, aber auch Bilder, als ihre Enkel noch klein war und sie im Beruf als Säuglingsschwester jeden Tag im Krankenhaus in Plettenberg Dienst absolvierte. Schnell entsteht ein Gespräch unter den Damen. Sie erzählen aus ihrem Leben und die Zeit vergeht im wie im Flug. „Montags sind oft die richtig rüstigen Damen hier. Da wird erzählt, gelacht, aber auch etwas für die Fitness getan, sowohl körperlich wie geistig“, erklärt Gabi Schulte. Daher kommt nun die Schatzkiste auf den Tisch. Hier sind 16 Dinge drin, die am Vormittag einmal gezeigt wurden und nun müssen die Seniorinnen sagen, welche das waren. Kein Problem. Innerhalb von zwei Minuten sind alle Gegenstände auf dem Tisch. Nach einer kurzen sportlichen Bewegungseinlage wird gebastelt. Jeder erstellt ein Lesezeichen mit seinem Namen. Das fördert die motorischen Fähigkeiten. Aber eins ist den rüstigen Damen, die sich hier montags treffen, besonders wichtig: „So kommt man unter Menschen“, bringt es Agens Föhrdes auf den Punkt. „Oftmals sind wir zu Hause alleine und da kann der Tag schon mal lang werden. Hier im Tagestreff ist aber immer was los und wir freuen uns, wenn wir uns treffen.“ Aber auch Menschen mit Demenz sind willkommen und die Männer kommen oft dienstags in den Tagestreff. „Das hat sich so im Laufe der Zeit ergeben“, erklärt Gabi Schulte. Immer montags, dienstags und donnerstags von 8 bis 16 Uhr ist der Tagestreff geöffnet. „Unsere Gäste müssen nur mobil sein“, so die Voraussetzung. Manche Gäste kommen nur einmal in der Woche, andere besuchen den Tagestreff mehrfach in der Woche. Auch für die Angehörigen ist das Angebot des Tagestreffs eine große Hilfe. „Sie wissen ihre Eltern oder Verwandten in guten Händen und dass sie einen schönen Tag mit vielen sozialen Kontakten verleben.“ Das können die Damen am Montag nur bestätigen. Zum Abschied, bevor es nach Hause geht, ist noch Kaffeezeit angesagt und die Senioren wissen, in dieser Runde sehen wir uns Montag wieder.
Kegel ist einer ihrer
liebsten Beschäftigungen und auch bei der Gymnastik und dem Gedächtnistraining ist Lucia Steinberg mit dabei. Dabei hat sie letzteres nicht wirklich nötig, denn die 79 Jährige weiß genau, was sie will und das war unter andrem der Umzug ins Seniorenhaus St. Liborius vor knapp einem Jahr. „Ich war im Röllecken zu Hause, doch dann bin ich gefallen“, erzählt die rüstige Dame. Nach ihrem Krankenhausaufenthalt -„Ich hab mir zum Glück nichts gebrochen“ – kam sie zurück in die eigenen vier Wände. Doch das Leben war jetzt beschwerlicher und es ging nicht mehr alles so leicht von der Hand. „Da habe ich mir Hilfe geholt.“
Zum dritten Mal besucht Liesel Cramer aus Neuenhof heute den Tagestreff für Senioren im Caritas
Zentrum Attendorn. „Meine Tochter hat mir den Vorschlag gemacht, hier doch einmal reinzuschnuppern“, so die 73 Jährige. Zuhause lebt sie mit Tochter und Schwiegersohn zusammen. Doch beide gehen arbeiten und so ist sie oft über Tag alleine. „Ich gehe zwar mit Nachbarn spazieren oder besuche meine Geschwister, aber der Tagestreff hier ist schon etwas besonders. Es gefällt mir hier sehr gut. Ich bin unter Menschen.“ In dieser Woche steht „Urlaub“ auf dem Programm. Chinesische Wunderblumen werden gebastelt und anschließend in eine Schüssel mit Wasser gegeben, wo sie sich öffnen. „Wir haben immer ein anderes Land zum Thema. Heute ist es China und daher gab es zum Mittagessen auch chinesischen Gemüsereis mit Hühnchen und gebackene Banane mit Honig zum Nachtisch.“ Die Damen in der Montagsrunde sind begeistert. „Als wir Frankreich als Urlaubsziel ausgesucht haben, gab es Zwiebelsuppe im Brotteig mit Käse überbacken. Das war lecker“, ergänzt Magdalene Bock. Sie hat sich gerade erst ein wenig ausgeruht, jetzt liest sie die Zeitung, bevor sie mit den anderen Damen weiter in Urlaubserinnerungen schwelgt.
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